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Persönliche Daten im Web2.0

Mit viel Tamtam ist Netvoting in die closed Beta gestartet. Dabei handelt es sich offenbar um eine Votingplattform. Jeder kann dort Votes erstellen und diese dann in sein Blog oder auf die Profilseite des sozialen Netzwerks seiner Wahl einbinden.

Nun hat die Betreibergesellschaft wohl zur Vermarktung (u.A.?) auf bezahlte Blogeinträge vermittelt durch Trigami gesetzt. So zeigt also eine Suche in der Blogosphäre auch eine Menge bezahlter Trigami Rezensionen. Dabei scheinen sich die Tester relativ einig zu sein, dass die als großartig innovativ und vorher nie dagewesen angepriesene Plattform eher das Gegenteil ist. Da ich selbst kein Betatester bin kann ich dies hier allerdings nicht selbst bewerten.

Allerdings würde ich es mir auch zweimal überlegen, ob ich meine persönlichen Daten einem Unternehmen anvertraue, dass seine Wurzeln scheinbar irgendwo in den rechtlichen Grauzonen des Internets zu haben scheint. Wobei diese Formulierung wahrscheinlich noch stark verharmlosend ist wie man hier oder hier nachlesen kann.

Was das jetzt auf unserem kleinen Startup Blog hier zu suchen hat? Grundsätzlich finde ich erstmal, dass diese doch dubiosen Hintergründe möglichst viele erreichen sollten. Ausserdem berührt die Sache aber auch ganz direkt uns als Startup. Auch wir fragen bei der Registrierung natürlich Daten ab. Allerdings beschränken wir uns auf einen Benutzernamen und die E-Mail Adresse. Optional kann man dann noch sein Geburtsdatum und sein Geschlecht angeben. Aber das war dann auch schon das höchste der Gefühle. Meiner Meinung nach ist gerade hier weniger oft mehr. Ich persönlich registriere mich nur ungern auf Seiten die mir bei der Anmeldung schon ein Loch in den Bauch fragen. Dabei allerdings vor allem aus Bequemlichkeit, ein Großteil meiner persönlichen Daten ist ohnehin völlig frei im Internet verfügbar. Trotzdem denke ich, dass man nicht zu leichtfertig mit seinen persönlichen Daten umgehen sollte und dabei will ich die Diskussion um die Vorratsdatenspeicherung mal aussen vor lassen. Ich denke die Öffentlichkeit ist diesbezüglich nicht sensibilisiert genug. Stellt sich mir nur die Frage ob unser Vorgehen denn dann auch positiv zur Kenntnis genommen wird.

Ich hätte ja gerne mal eine Blick in die AGB und in die Datenschutzerklärung von Netvoting geworfen. Leider sind diese nur einsehbar wenn man Betatester ist. Gleiches gilt offensichtlich auch für das Impressum. Gerade im Bezug auf das Impressum halte ich das für keine sonderlich gute Idee. Offenbar scheint es in den AGB eine Klausel zu geben, die die Nutzung der Votes ausschliesslich für private Zwecke gestattet. Kommerzielle Nutzung ist ausgeschlossen. Fragt sich dann nur, was kommerziell bedeutet. Die bezahlten Trigami Rezessionen haben fast durchweg zur Demonstration einen Vote eingebunden. Ich würde ein Blog, dass bezahlte Rezessionen anbietet und/oder Werbung anzeigt allerdings als kommerziell einordnen und wäre deshalb damit eher vorsichtig. Mit dieser Ansicht scheine ich auch nicht alleine zu sein.

Bleibt abzuwarten wie sich das entwickelt. Ich werd meine Augen und Ohren mal offen halten, da gibts bestimmt noch was zu lernen. Man muss ja nicht unbedingt alle Fehler selbst machen um daraus lernen zu können.