Aber halt, eigentlich wird andersrum nen Schuh draus. Aber fangen wir vorne an.
Wir sind also gestern um 4:00 Uhr aufgestanden und haben uns auf den Weg nach Hamburg gemacht. Trotz eines kleinen Staus kurz vor Hamburg weil auf der zweispurigen A1 ein LKW liegengeblieben ist sind wir in den Raum, haben uns hingesetzt und keine zwei Minuten später begann die Veranstaltung mit der Eröffnungsrede. Gutes Timing!
Eins möchte ich vorneweg nehmen, damit die Kritik die ich gleich äußern werde nicht dahingehend missverstanden wird ich würde die Veranstaltung insgesamt für schlecht halten. Das tue ich nicht. Allerdings gibt es durchaus Ansätze zur Verbesserung. Die Bemerkung von einem der beiden Facebook Repräsentanten (leider ist mir der Name entfallen), er hätte eine perfekt durchorganisierte Veranstaltung erwartet kann ich in keinster Weise unterschreiben. Ob er in dieser Hinsicht einfach andere Erwartungen stellt oder ob er die Wahrheit hinter die Höflichkeit gestellt hat wird wohl ungeklärt bleiben.
Fakt ist jedenfalls, dass der Veranstaltung durchaus chaotische Züge nachzusagen sind. So war die Agenda im Grunde genommen völlig unbrauchbar. Nicht nur, dass ich es für etwas eigenartig halte diese erst am Abend vor der Veranstaltung zu veröffentlichen, sondern vor allem weil dieser lediglich drei Informationen entnommen werden konnte. Die geplante Uhrzeit, die allerdings von Beginn an obsolet war. Der Name des Vortragenden und die Firma. Es gab also vor den Vorträgen keine Information dazu was einen denn erwartet. Das ist vor allem deswegen ärgerlich, weil es zwei Räume gab. Wonach soll man die Entscheidung treffen?
Durch die Zeitprobleme bedingt wurden die Vortragenden bei Beginn des Vortrags gebeten ihre Vorträge kürzer zu fassen. Teilweise wurden die für 20 Minuten angesetzen Vortrage dann nach sechs Minuten abgebrochen. Zum einen wirkte es auf mich alles andere als organisiert dies unmittelbar vor Vortragsbeginn live auf der Bühne zu machen. Zum zweiten hätte man selektieren sollen. Vorträge die Wissen vermitteln wollten hätte man bevorzugt behandeln sollen und dafür die unzähligen teilweise bestenfalls mittelmässigen Facebook Applikationen einfach auf 2-3 Minuten kürzen.
Damit sind wir auch schon bei meinem größten Kritikpunkt. Facebook Developer Garage ist der Name des Events. Developer Garage gibt dabei eine ganz klare Zielrichtung vor. Eine Veranstaltung für Entwickler. Die Veranstaltung war aber Meilenweit von diesem Ziel entfernt.
Nur ganz vereinzelt gab es Vorträge wo es tatsächlich um das Entwickeln mit der Facebook Plattform ging. Größtenteils wurden einfach nur die besagten Applikationen vorgestellt. Dabei gingen die Vortragenden aber grundsätzlich fast ausschliesslich auf ihr Geschäftsmodell ein. Für eine Entwicklerveranstaltung ist dies aber die völlig falsche Art von Vorträgen. Meiner Meinung nach kann das auch nicht im Sinne von Facebook sein. Laut Handzeichen war doch der Großteil der Besucher Entwickler und man hätte diesen technische Informationen und Kniffe an die Hand geben können um ihnen so die Einarbeitung in die API zu erleichtern und damit die Entwicklungszeit neuer Applikationen zu verkürzen. Das Facebook scharf auf diese Applikationen ist, ist ein offenes Geheimnis und zeigt sich nicht zuletzt in dem Wettbewerb der speziell für
Applikationen in deutscher Sprache gestartet wurde.
Jetzt kommt allerdings der Titel ins Spiel, man soll den Tag nicht vor dem Abend loben, allerdings hatte ich bis kurz zum Schluss noch garnicht gelobt. Eher sollte man eine Veranstaltung nicht vor dem Ende verteufeln, denn es kann ja noch besser werden. Im Prinzip hat die Keynote von Salim Ismail fast die komplette Veranstaltung gerettet. Es war im übrigen auch der einzige Vortrag der den Namen Titel Keynote verdient hat obwohl auch noch ein paar andere wichtige Herren angebliche solche gehalten haben. Vielleicht war ich aber auch nur einfach zu dem Zeitpunkt im falschen Raum, weil gerade im große später die Vorträge auch nichtmal mehr in der Reihenfolge waren, wie sie in der Agenda angekündigt waren.
Die Verköstigung war übrigens gut, da gab es wirklich nichts zu meckern und wie gesagt ist eine solche Veranstaltung gut und wichtig. Meiner Meinung nach würde sie mit besseren Informationen bezüglich der Vorträge und insbesondere Themen und einem klaren Fokus auf Entwickler allerdings wesentlich mehr bringen. Alles andere ist dann quasi reine Übungssache. Gerade vor dem Hintergrund, dass die next08 heute einen Tag nach der Developer Garage stattfindet hätte man durch einen klaren Fokus auf Entwicklerthemen eine klare Abgrenzung und somit ein Alleinstellungsmerkmal. In der jetzigen Form war die Garage lediglich eine Art Vorveranstaltung die viele wahrscheinlich nur mitgenommen haben weil sie halt eh am nächsten Tag in Hamburg sind. Dafür ist das Thema aber eigentlich zu schade, Anwendungsentwicklung für soziale Netzwerke hat durchaus Potential. Eine solche Veranstaltung muss diesem gerecht werden.
Hinweisen möchte ich an dieser Stelle noch auf das Blog von Jan Schmidt (
Schmidt mit Dete) der selbst einen der besseren Vorträge auf der Veranstaltung gehalten hat, auch wenn dieser ebenfalls nicht technisch war.
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